200 Zimmer, das Hotel gut gebucht. Und abends sitzt kaum jemand in der Lobby.
Ich bin gerade ein paar Tage in einem Wellnesshotel und habe mich mehrmals gefragt, warum das eigentlich so ist. Die Lobby ist wirklich schön gemacht, die Bar direkt daneben, genügend Platz zum Sitzen. Am Hotel selbst gibt es wenig auszusetzen.
Vielleicht ist das nach einem Tag in der Therme auch völlig normal. Abends noch groß unter Leute? Muss nicht sein.
Was ich allerdings ziemlich lustig fand: Ausgerechnet mitten im Außenpool der angeschlossenen Therme habe ich erlebt, wie wildfremde Menschen miteinander ins Gespräch kamen.
Da gibt es eine kleine Insel mit Sitzplätzen. Man holt sich an der Poolbar etwas zu trinken, setzt sich da hin und bleibt eine Weile sitzen.
Ich hatte die Leute vorher schon am Beckenrand gesehen. Die saßen getrennt voneinander und warteten auf ihre Getränke. Ein bisschen später unterhielten sie sich auf dieser Insel, als wäre das die normalste Sache der Welt.
Und da stehst du als alter Hotelmensch und denkst dir: Wir geben uns wahnsinnig viel Mühe mit der Einrichtung unserer Hotels. Aber wie viel Gedanken machen wir uns eigentlich darüber, was die Gäste in diesen Räumen miteinander anfangen können?
Ich weiß nicht, ob die Sitzinsel der Grund für die Gespräche war. Aber ich finde die Beobachtung interessant.
Vor allem, weil mir beim Frühstück etwas Ähnliches aufgefallen ist. Da standen ein paar Leute an der Omelettstation, warteten auf ihre Eier und kamen ebenfalls ins Gespräch.
Vielleicht steckt in solchen alltäglichen Situationen mehr Potenzial, als wir ihnen normalerweise zutrauen.
Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, jeden Hotelgast in eine Kennenlernrunde zu schicken: Bitte nicht. Ich möchte morgens auch einfach mal in Ruhe meinen Kaffee trinken!